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19.08.2007, Event Nr.19 : Vattenfall Cyclassics 2007 (Jedermann)
Unser Sommermärchen, Vattenfall Cyclassics 2007 !

Ein sensationeller 3.Platz in der Teamwertung durch unsere "Alpeciner" und ein hervorragender 70. Platz durch Phillip Winker auf der 100km-Distanz waren die Höhepunkte unseres Teams bei den "Vattenfalls Cyclassics 2007" in Hamburg.

Trockene Straßen, ein leicht bewölkter Himmel und zweistellige Temperaturen, waren für unsere diesjährigen Fahrer die besten Voraussetzungen, um diese traumhaften Ergebnisse zu erzielen. An den Start gingen dieses Jahr Dieter Reich, Frank Scheinheim, Frank Zordel, Peter Sterzenbach, Philipp Winker, Ronald Dzuber und Robert Carlet.

Durch sein gutes Vorjahresergebnis durfte Philipp erneut aus Block B starten. Nach dem Start konnte er schnell Anschluss im vorderen Fahrerfeld finden. Trotz harter Positionskämpfe gelang es ihm sich an die Spitzengruppe vor zu arbeiten und den mühsam erkämpften 70. Platz erfolgreich bis ins Ziel zu bringen.

Die "Alpeciner" in userem Team Dieter Reich, Frank Zordel Pit Sterzenbach und Robert Carlet starteten als "Team Alpecin 2". Dank des Einsatzes von Miriam Mandt von der Roadbike, waren sie zusammen mit all den anderen Alpecin-Teams in Startblock C gesetzt.

Pit Sterzenbach beschreibt wie er das Rennen erlebt hat:

"Es ist 08:05 Uhr, mein Puls ist bei 120, wir alle zählen zusammen runter 5, 4, 3 ... Peng, endlich erlöst uns der Startschuss. Das Feld nimmt schnell an Fahrt auf, nach einigen Kilometern haben wir uns geschlossen in der Spitzengruppe etabliert. Das Tempo ist hoch, die Beine fühlen sich gut an.
Die Hälfte der Strecke ist geschafft und wir fahren noch immer vorne mit, Wahnsinn! Noch ist es ein sehr ruhiges, entspanntes Rennen. Die ersten Fahrer aus Block B haben wir bereits überholt, aber es werden immer mehr.
Nach ca. 70 km fahren wir auf das Hauptfeld von Block B auf. Wow, jetzt haben wir schon den zweiminütigen Vorsprung von den „B-Feld“ rausgeholt. Das Fahrerfeld steht wie eine Wand vor uns. Die ganze Straßenbreite, und so weit wie man nach vorne schauen kann nur Radrennfahrer. Das Rennen wird hektisch und man kämpft sich Rad für Rad nach vorne. Es ist eng, ständiger Tempowechsel, und Rangeleien. Neben mir macht schon wieder einer eine Vollbremsung. Es knallt ... ein Hinterradreifen ist geplatzt! Ich kann dem Chaos entgehen. Wo sind meine Jungs? Hoffentlich kommen hier alle wieder heile raus!
Noch ca. 20 km und es geht zügig in Richtung Innenstadt. Zu meiner Linken sehe ich schon wieder ein Fahrer am Boden liegen, ein zweiter rappelt sich gerade auf. Oh nein, es ist ein "Alpeciner" der da regungslos auf dem Bauch liegt, einer von uns! Ich sehe im vorbeifahren nur den blonden Zopf und realisiere das es Miriam sein muss! Mir gehen tausend Gedanken durch den Kopf. Hoffentlich ist nichts schlimmes passiert!? Die nächsten Kilometer kann ich an nichts anderes mehr denken.
Vor uns erscheint die Köhlbrandtbrücke. Meinen Kapitän Dieter Reich habe ich auch wieder gefunden. Der letzte Anstieg, jetzt noch mal alles geben! Die letzten Körner werden mobilisiert. Das Fahrerfeld reißt endlich auseinander, wir ziehen uns gegenseitig die Brücke hoch und lassen einen nach dem anderen hinter uns. Wir sind oben, aber es ist keine Zeit zum Ausruhen. Es geht direkt in die Abfahrt, wir fahren abwechselnd im Wind, im dicksten Gang, alles was geht! Es ist fast geschafft, noch 2,3 oder auch 5 km, egal.
Wir fahren auf die Innenstadt zu. Viele Fahrer biegen an der Streckenteilung vor uns rechts ab auf die 150km-Strecke. Es sind Fahrer aus Block A. Das bedeutet wir haben wieder zwei Minuten aufgeholt! Was gibt das wohl für eine Endzeit?
Endlich, wir kommen auf die Mönckebergstraße, es ist vollbracht! Hundert, nein Tausend jubelnde Zuschauer beflügeln uns auf den letzten Paar hundert Metern. Mir läuft es kalt den Rücken runter und ich habe Gänsehaut am ganzen Körper. Wir fahren nebeneinander durchs Ziel. Ich schau auf meine Uhr, was für eine Zeit, ich kann es gar nicht glauben.
Minuten später, irgendwo im Zielbereich, wir liegen uns in den Armen. Ich habe Tränen in den Augen, die Anspannung, mein erstes 100km-Rennen, der Erfolg, die Erleichterung. Egal, wir sind einfach nur stolz auf unsere Leistung!!!"

Unserer Veteran Ronald Dzuber startete dieses Jahr zum zwölften Mal in Hamburg und hat damit seit der Premiere kein Rennen verpasst. Doch zum ersten Mal startete er nicht auf der 60km-Strecke sondern auf der 100km-Strecke. Auf Grund seiner bisherigen erbrachten Leistungen auf der 60km-Strecke wurde er vom Veranstalter in den Startblock H gesetzt. Mit seinem 1345. Platz erfüllte er voll seine Erwartungen und war von der 100km-Strecke vollauf begeistert.

Obwohl Frank Schweinheim in der "T-Mobile Cycling Tour" einen der vorderen Plätze belegt musste er bei seinem ersten Start in Hamburg, aus Startblock S starten. Zusammen mit ein paar gleich Gesinnten konnte er einige Tausend Fahrer überholen, und sich damit auf einen unglaublichen 125. Platz nach vorne vor arbeiten. Respekt!!! hier nun seine Eindrücke vom Rennen:

"Um 9.22 ging es bei mir erst los. Bin einfach auf der linken Straßenseite in der ersten Reihe gestartet um nicht behindert zu werden. Bin dann Vollgas losgefahren und hatte nur noch zwei Tschechen vor mir, die noch gestörter vorgeprescht sind. Das ist mir auch noch nie passiert, das ich vor einem Tausenderfeld herfahre und nicht mehr eingeholt werde.
Mit einer Gruppe von 5 oder 6 Mann und einigen kurzzeitigen Begleitern haben wir im Wind zusammengearbeitet und fleißig überholt. Das Windkantentraining in Belgien und die vielen kurvigen Straßenrennen haben mir da sehr geholfen so das ich zum Schluss mit dem starken Tschechen aus unserer Gruppe überlebt habe. Nur nach der Kohlbrandbrücke hat es mal eine Gruppe aus dem Startblock L oder M mit uns aufnehmen wollen und ist mal mutig für 2 Minuten vorgefahren. Dann waren wir wieder zu Dritt plus Anhang von über hundert Mann. Ich habe schon etwas Angst bekommen und gedacht wir würden, wie so oft, am Ziel überrollt. Dann kamen aber ein Paar Kurven und die Bahnschienen. Hier konnten wir sie alle abgehängt. Die haben wohl alle ihre Kraft für den Zielsprint gespart.
Kurz vor dem Ziel sind wir leider für fast 2 Minuten angehalten worden. Die 55km Fahrer sind da glaube ich vor uns durchgelassen worden. Es war wie zu Weihnachten auf der Schildergasse. Niemand hat mehr etwas machen können. Sonst wäre ich vielleicht 101 geworden. Das ich nur sowenig Zeit verloren habe ist kein Wunder, habe mir dafür aber auch einiges anhören müssen. Nach 1 Minute haben wir das Rad auf den Rücken genommen und ab ging es durch die Meute. Nur der Tscheche ist noch leichtfüßiger zwischen den Rädern hin und hergetänzelt als ich. Irgendwie ein absurdes Rennen oder? Ich konnte sogar noch über die Ziellinie rollen. Kurze Zeit später wurden die Fahrer hinter mir aufgefordert zügig über die Ziellinie zu gehen!"

Hier die Einzelergebnisse unserer Fahrer:

Name Startnummer Platz Zeit
Philipp Winker 9000 70 2:20:44,33
Pit Sterzenbach 20509 112 2:20:47,02
Dieter Reich 20520 113 2:20:47,13
Robert Carlet 20519 121 2:22:10,26
Frank Schweinheim 31061 125 2:22:32,91
Frank Zordel 20521 164 2:25:16,15
Ronald Dzuber 4444 1345 2:36:34,29

Da unsere vier Fahrer Dieter Reich, Frank Zordel, Pit Sterzenbach und Robert Carlet dieses Jahr für das "Team-Alpecin 2" gefahren sind und nur drei Fahrer für das ISB-Team-Cologne an den Start gingen, gab es für das ISB-Team-Cologne leider keine Platzierung in der Teamwertung. Unsere "Alpeciner" im Team sorgten dafür aber für eine kleine Sensation und erreichten als "Team-Aplecin 2" den dritten Platz in der Teamwertung!

Bedanken müssen wir uns in diesem Jahr vor allem bei Alpecin und RoadBike, die unsere "Alpeciner" im Team durch die professionelle Vorbereitung zu wahren Leistungsexplosionen gebracht haben. Nicht unerwähnt bleiben darf hier das Team um Frederike Lange von der Fakultät für Sportwissenschaft zur Universität Bielefeld.

Wie in jedem Jahr gab es auch in diesem Jahr wieder eine zünftige Grillfeier bei den Dzubers. Eine liebgewonnene Tradition an der die Fahrer Ihr Reservoir an Elektrolyten wieder auffrischen können :-)
Vielen Dank an Bärbel und Ronald.

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