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Internetauftritt der Fa. ISB Schuhmacher AG
 16.09.2006, Event Nr.13 : Rad am Ring (Jedermann) 2006

Für Mitte September gar nicht mal so üblich; wolkenloser Himmel und angenehme Morgentemperaturen um die 20 Grad. Die Vorraussetzungen waren also, abgesehen vom Wecker der mich um 5.30 Uhr weckte, optimal. Start auf dem Nürburgring war um 10 Uhr, wir waren zeitig Vorort und konnten uns, Frank Schweinheim und Philipp Winker, noch ein bisschen auf der Formel 1 Strecke Einfahren und Aklimatisieren. Ein seltsames Gefühl auf so einer breiten, glatt asphaltierten Strecke mit langgezogenen Kurven zu fahren, eigentlich ein Traum, man muss sich allerdings zunächst daran gewöhnen mit höherem Tempo als normal durch die Kurven zu fahren.

Am Start fanden sich Teilnehmer von zwei Wettkämpfen, die 70 km (3 Runden) und die 140 km (6 Runden) Strecke. Wir nahmen (natürlich) Letztere in Anspruch. Wir wollten so lange wie möglich zusammen fahren, Frank gab als Ziel unter 6 Stunden aus. Er kannte die Strecke vom Vorjahr, die er in 6 Stunden 40 Minuten absolvierte.

Wie üblich bei Jedermannrennen geht es vom Start an sofort zur Sache, die erstem Kilometer wurden auf der aktuellen Formel 1 Strecke gefahren, bevor es dann auf die berüchtigte Nord-Schleife ging. Warum die berüchtigt sein sollte wurde mir schon nach kurzer Zeit bewusst. Es gibt keine Flachstücke, entweder es geht nach oben oder nach unten in verschiedenen Steigungsgraden bis zu 18 %. Dieser ständige Wechsel von Ruhephasen und maximaler Belastung erfordert nicht nur viele Trainingskilometer sondern vor allem eine Menge abgefahrener Höhenmeter, die mir allerdings aufgrund fehlender Berge oder Hügel rund um Berlin fehlten. Auf der anderen Seite gibt es auch traumhafte Abfahren die wir zum Teil mit über 90 km/h nehmen konnten. Das allein ist schon ein Erlebnis.

Frank gab mir den heißen Tipp die erste Runde auf jeden Fall ruhig angehen zu lassen, das Rennen ist lang, bloß nicht überpacen. Habe mich brav daran gehalten, Frank aber zog es vor, seinen eigenen Ratschlag lieber zu ignorieren. Nach etwa 10 km meinte er nun müsse er sich mal nach vorne arbeiten. Nach der nächsten Kurve war er für die nächsten Stunden nicht mehr zu sehen.

In den ersten zwei Runden gab es zaghafte Versuche der Rudelbildung, die differierenden Fähigkeiten der Teilnehmer der Berg rauf bzw. runterzufahren machten ein homogenes Gruppenfahren unmöglich. Was folgte war ein Rennen mit sich selbst, gegen die gnadenlos wiederkehrenden Steigungen und gegen die Zeit. Einsam war es deshalb aber nie, auf der Strecke tummelten sich zeitgleich noch die Teilnehmer des 24-Stunden-Rennens und einer RTF. Das Bild auf der Rennstrecke hatte teilweise etwas recht skuriles; Familien auf Hollandrädern, die 6-jährige Tochter auf dem Gepäckträger von Mama, das Kinderrad bei Papa auf dem Arm. Picknickende, erschöpfte Pärchen im Kiesbett, Rennradler die sich in den ersten Runden übernommen haben und nun über der Leitplanke hingen und unzählige Sportler, die ihr Arbeitsgerät lieber auf den Berg schoben. Einige konnten sich die einmalige Gelegenheit nicht verkneifen mal ungestraft auf die Rennstrecke zu urinieren. Alles in Allem ein lustiges Schauspiel, welches von den eigenen Qualen ein wenig ablenken konnte.

Was mir allerdings fehlte waren Teilnehmer der 140 km Distanz. Hinter mir kam nichts, überholen konnte ich auf niemanden. War ich Letzter? Dies ging bis zur letzten Runde so. Denn nun machte sich mein relativ gleichmäßiges Tempo doch noch bezahlt. Ich konnte auf der Schlussrunde noch zahlreiche Grüne Nummern (Grüne Nummer = ich fahre 140 km). überholen. Am letzten harten, etwa 4 km langen Anstieg zur  "Hohen Acht" hatte ich noch einen Grünen vor mir, blaues Trikot, da war doch was, so einen kennst Du doch - FRANK! Überpaced hat er nicht, Fußball spielen ein paar Tage vor dem Rennen hat ihn einen prächtigen Muskelkater beschert, der nun seinen Schenkel übersäuern und zusammenkrampfen ließ. Abwechselnd sogen wir uns nun gegenseitig über die letzten Hügel, noch ein paar Grüne überholend das Ziel vor Augen. Ein kurzer Blick auf die Stoppuhr zeigte uns dass wir etwas zu schnell für Franks Zielsetzung waren. Wir waren keine 5 Stunden unterwegs. Eine interne ISB-Team-Cologne Meisterschaft ersparten wir uns und fuhren nach 4:56:00 gemeinsam über den Zielstrich.

Frank Schweinheim konnte seine Zeit um unglaubliche 1 Stunde und 45 Minuten verbessern, was kommt 2007, Podium? Ich fand das (im übrigen tadellos organisierte) Rennen nicht nur aufgrund der größeren Distanz härter als die schwere Alpenetappe auf den Kühtai im Rahmen der Deutschlandtour vor wenigen Wochen. Eine Platzierung unter den ersten 100 hatte ich insgeheim erhofft, aber das wir am Ende auf Platz 54 und 55 landeten, war dann doch schon ein wenig sensationell.

Bedanken möchten wir uns vor allem bei Peter Schweinheim, der uns diesmal mit Brötchen und Wasserflaschen auf der Strecke versorgte und einen maßgeblichen Beitrag zu unserem Erfolg geleistet hat.

Philipp Winker

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