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Die Events |
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Für Mitte September gar nicht mal so
üblich; wolkenloser Himmel und angenehme
Morgentemperaturen um die 20 Grad. Die
Vorraussetzungen waren also, abgesehen vom Wecker
der mich um 5.30 Uhr weckte, optimal. Start auf dem
Nürburgring war um 10 Uhr, wir waren zeitig Vorort
und konnten uns, Frank Schweinheim und Philipp
Winker, noch ein bisschen auf der Formel 1 Strecke
Einfahren und Aklimatisieren. Ein seltsames Gefühl
auf so einer breiten, glatt asphaltierten Strecke
mit langgezogenen Kurven zu fahren, eigentlich ein
Traum, man muss sich allerdings zunächst daran
gewöhnen mit höherem Tempo als normal durch die
Kurven zu fahren. |
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Am Start fanden sich Teilnehmer von
zwei Wettkämpfen, die 70 km (3 Runden) und die 140
km (6 Runden) Strecke. Wir nahmen (natürlich)
Letztere in Anspruch. Wir wollten so lange wie
möglich zusammen fahren, Frank gab als Ziel unter 6
Stunden aus. Er kannte die Strecke vom Vorjahr, die
er in 6 Stunden 40 Minuten absolvierte. |
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Wie üblich bei Jedermannrennen geht
es vom Start an sofort zur Sache, die erstem
Kilometer wurden auf der aktuellen Formel 1 Strecke
gefahren, bevor es dann auf die berüchtigte
Nord-Schleife ging. Warum die berüchtigt sein sollte
wurde mir schon nach kurzer Zeit bewusst. Es gibt
keine Flachstücke, entweder es geht nach oben oder
nach unten in verschiedenen Steigungsgraden bis zu
18 %. Dieser ständige Wechsel von Ruhephasen und
maximaler Belastung erfordert nicht nur viele
Trainingskilometer sondern vor allem eine Menge
abgefahrener Höhenmeter, die mir allerdings aufgrund
fehlender Berge oder Hügel rund um Berlin fehlten.
Auf der anderen Seite gibt es auch traumhafte
Abfahren die wir zum Teil mit über 90 km/h nehmen
konnten. Das allein ist schon ein Erlebnis.
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Frank gab mir den heißen Tipp die
erste Runde auf jeden Fall ruhig angehen zu lassen,
das Rennen ist lang, bloß nicht überpacen. Habe mich
brav daran gehalten, Frank aber zog es vor, seinen
eigenen Ratschlag lieber zu ignorieren. Nach etwa 10
km meinte er nun müsse er sich mal nach vorne
arbeiten. Nach der nächsten Kurve war er für die
nächsten Stunden nicht mehr zu sehen. |
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In den ersten zwei Runden gab es
zaghafte Versuche der Rudelbildung, die
differierenden Fähigkeiten der Teilnehmer der Berg
rauf bzw. runterzufahren machten ein homogenes
Gruppenfahren unmöglich. Was folgte war ein Rennen
mit sich selbst, gegen die gnadenlos wiederkehrenden
Steigungen und gegen die Zeit. Einsam war es deshalb
aber nie, auf der Strecke tummelten sich zeitgleich
noch die Teilnehmer des 24-Stunden-Rennens und einer
RTF. Das Bild auf der Rennstrecke hatte teilweise
etwas recht skuriles; Familien auf Hollandrädern,
die 6-jährige Tochter auf dem Gepäckträger von Mama,
das Kinderrad bei Papa auf dem Arm. Picknickende,
erschöpfte Pärchen im Kiesbett, Rennradler die sich
in den ersten Runden übernommen haben und nun über
der Leitplanke hingen und unzählige Sportler, die
ihr Arbeitsgerät lieber auf den Berg schoben. Einige
konnten sich die einmalige Gelegenheit nicht
verkneifen mal ungestraft auf die Rennstrecke zu
urinieren. Alles in Allem ein lustiges Schauspiel,
welches von den eigenen Qualen ein wenig ablenken
konnte. |
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Was mir allerdings fehlte waren
Teilnehmer der 140 km Distanz. Hinter mir kam
nichts, überholen konnte ich auf niemanden. War ich
Letzter? Dies ging bis zur letzten Runde so. Denn
nun machte sich mein relativ gleichmäßiges Tempo
doch noch bezahlt. Ich konnte auf der Schlussrunde
noch zahlreiche Grüne Nummern (Grüne Nummer = ich
fahre 140 km). überholen. Am letzten harten, etwa 4
km langen Anstieg zur "Hohen Acht" hatte ich noch
einen Grünen vor mir, blaues Trikot, da war doch
was, so einen kennst Du doch - FRANK! Überpaced hat
er nicht, Fußball spielen ein paar Tage vor dem
Rennen hat ihn einen prächtigen Muskelkater
beschert, der nun seinen Schenkel übersäuern und
zusammenkrampfen ließ. Abwechselnd sogen wir uns nun
gegenseitig über die letzten Hügel, noch ein paar
Grüne überholend das Ziel vor Augen. Ein kurzer
Blick auf die Stoppuhr zeigte uns dass wir etwas zu
schnell für Franks Zielsetzung waren. Wir waren
keine 5 Stunden unterwegs. Eine interne
ISB-Team-Cologne Meisterschaft ersparten wir uns und
fuhren nach 4:56:00 gemeinsam über den Zielstrich. |
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Frank Schweinheim konnte seine Zeit
um unglaubliche 1 Stunde und 45 Minuten verbessern,
was kommt 2007, Podium? Ich fand das (im übrigen
tadellos organisierte) Rennen nicht nur aufgrund der
größeren Distanz härter als die schwere Alpenetappe
auf den Kühtai im Rahmen der Deutschlandtour vor
wenigen Wochen. Eine Platzierung unter den ersten
100 hatte ich insgeheim erhofft, aber das wir am
Ende auf Platz 54 und 55 landeten, war dann doch
schon ein wenig sensationell. |
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Bedanken möchten
wir uns vor allem bei Peter Schweinheim, der uns
diesmal mit Brötchen und Wasserflaschen auf der
Strecke versorgte und einen maßgeblichen Beitrag zu
unserem Erfolg geleistet hat. |
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Philipp Winker |
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